Qultur-Sternstunde mit Adrian

Vergangenen Samstag, 22. Mai 2021, spielte Adrian Stern zwei ausverkaufte Konzerte im Fabriggli in Buchs. Die Events wurden beide mit dem Slogan «Adrian Stern Solo, herzerfrischender Mundart-Konzertabend» angepriesen. So ganz solo war Adrian Stern aber dann doch nicht, denn er wurde von Jean-Pierre von Dach an der Gitarre begleitet.

Für diejenigen, die kürzlich die Fernsehsendung «Sing meinen Song – das Schweizer Tauschkonzert» gesehen haben, dürfte auch dieser kein Unbekannter sein. Dass die beiden Künstler musikalisch sehr gut harmonieren, war sofort hörbar. Spürbar war aber nicht nur die Harmonie zwischen den beiden, die Sympathie füreinander ist ebenso signifikant gewesen.

Das Konzert eröffnete Stern mit dem Lied «Meer schaffed das» und dies nicht wie gewohnt auf seiner Gitarre, sondern am Klavier. Der Song ist aus seinem neuen Album «Meer» und ist inhaltlich sehr reich, wie es bekanntlich viele Texte des Schweizer Musikers sind. Der Sänger und Songwriter verstand es dabei gekonnt, seine tiefgründigen Texte dem Publikum auf eine herzerfrischende Weise zu präsentieren. Es lohnt sich also genau hinzuhören: «Mir sind im gliiche Boot, aber ufem falsche Dampfer» oder beim Song «Sorge»: «S’neue Ei Fon isch duss, aber s’Alte funktioniert. S’Äpp seit Räge, aber d’Sunne schiint». Seine sonore Stimme hat den ganzen Raum gefüllt. Mit seinem jugendhaften Charme verzauberte er das Publikum vollends, hat dabei aber nicht das hier und jetzt vergessen.

Er erzählte von seinen Töchtern Juno und Mina und auch von der Mail-Konversation zwischen Jean-Pierre und ihm, die dann schlussendlich dazu geführt habe, dass sie heute gemeinsam im Fabriggli auf der Bühne ständen. Adrian hat erzählt, dass sie nervöser seien als sonst, weil sie nämlich schon lange nicht mehr auf der Bühne gestanden seien. Das Konzert war darum sehr persönlich und erzeugte gar eine besonders familiäre Stimmung.

Auffallend war ausserdem der coole Style der beiden Musiker. Ganz besonders Jean-Pierre von Dachs Schuhe waren für mich der Hingucker schlechthin!

Das neue Album «Meer» ist bereits im Februar 2021 erschienen und es findet sich definitiv ein Schuss Humor auf der neuen Musikplatte, was mir sehr gefällt.  Stern hat im Werdenberger Kleintheater auch von seinem Megahit «Amerika» erzählt und erwähnt, dass ihm sogar Menschen geschrieben haben, welche durch das Lied inspiriert wurden und tatsächlich nach Amerika ausgewandert sind. Er selber habe aber doch nur davon gesungen und sei schlussendlich dann  hiergeblieben. Denn: Wer will heute noch nach Amerika? Das Publikum zeigte sich sichtlich amüsiert. Roman Riklin, ein guter Freund von Stern, sei dann aber doch ausgewandert und habe «dä Traum vo eusem Glück» gefunden. Ihm habe er auf dem neuen Album einen Song gewidmet mit eben diesem Titel.  

Beim Konzert im Fabriggli erinnerte sich Adrian Stern für das Publikum an die Fernsehaufnahmen von «Sing meinen Song» und berichtete, dass Jean-Pierre in einer viel schöneren Umgebung proben konnte als die Sänger und Sängerinnen aus der Staffel. Wir haben dann aber vom Gitarristen erfahren, dass er noch nie so hart für sein Geld arbeiten musste und wirklich permanent am Proben gewesen sei. Pro Abend seien nämlich gleich zwei Folgen gedreht worden! Da sei der einladende Pool auf der Anlage definitiv nur schöne Kulisse gewesen. Passend zum Thema spielten die beiden Musiker dann auch noch zwei Songs aus der Sendung. An diesem Konzert hat er sich für das Lied von Ta-Shan mit dem Titel «Bombay Sauce» und anschliessend für «Through your Eyes» von Jaël/Lunik entschieden. Beide Lieder sind in englischer Sprache gehalten und haben das Mundartprogramm von Stern aufgelockert.  Die Version von Stern/Ta-Shan hat frisch und poppig und die Version Stern/Jaël aufrichtig, ungewohnt zart und dann wieder sehr kraftvoll geklungen.

Schlussendlich folgten noch «Zrugg zu mir» mit einem starken Refrain und «Das wünsch i dir». Adrian singt in diesem Song, dass uns das gute Gefühl nie verlassen soll und hat sich mit diesem Lieblingssong seiner Mutter vom Publikum verabschiedet. Bei der Zugabe sind alle 50 Besucherinnen und Besucher nochmals auf ihre Kosten gekommen, denn beim Lied «Ha nur welle wüssa» konnten wirklich jede und jeder von ganzem Herzen mitsingen. Mit diesem Song gelang Adrian Stern im Jahre 2003 übrigens der Durchbruch in der Schweizer Musikszene.

An diesem Samstagabend bin ich mit einem beschwingten Gefühl nach Hause zurückgekehrt, denn ich durfte einen grossartigen Abend mit Adrian Stern verbringen.

An dieser Stelle möchte ich noch ein grosses Dankeschön an das Team vom Fabriggli Buchs aussprechen. Grossartige Musiker wie Adrian Stern so hautnah erleben zu dürfen, ist keine Selbstverständlichkeit. Danke dafür!

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