Thank You for Being a Friend

Mon amie Nicole – meine Freundin Nicole. Sie begleitet mich schon mein ganzes Leben lang, denn wir kennen einander seit frühster Kinderstube. Heute schreibe ich über ein Thema, welches für mich einen unschätzbaren Wert hat, nämlich das Thema «Freundschaft». In meinem Leben gibt es ein paar Nicoles. Ich zähle sie hier bewusst nicht auf, aber sie alle wissen, dass sie mir viel bedeuten.

Es gibt da einen weisen Spruch «Man hat viele Freunde, wenn man sie zählt, aber nur wenige, wenn man sie braucht.» Damit ist meines Erachtens das Phänomen «echte Freundschaft» mit wenigen Worten gut und präzise erklärt.

Zugegeben, was langwährende Freundschaften anbelangt, bin ich reich gesegnet. Bereits lange vor dem Einschulungsalter lernte ich meine älteste Freundin Nicole kennen. Wir wohnten damals im selben Wohnkomplex und verbrachten sehr viel Zeit miteinander. Heute wohnen wir viele hunderte Kilometer voneinander entfernt, ja sogar der Röstigraben liegt «theoretisch» zwischen uns, aber es verbindet uns auch nach vierundvierzig Jahren immer noch eine tiefe Freundschaft.

Nach meinem Umzug mit zehn Jahren von der West- in die Ostschweiz hatte ich für einen Moment einen Qulturschock. Doch ich gewöhnte mich schnell an die neue Mentalität und schloss auch hier im Rheintal prägende und schlussendlich auch langanhaltende Freundschaften fürs Leben. Es muss wohl auch ein wenig an meinem Charakter liegen, denn es sind nur sehr wenige Freundschaften in meinem Leben wirklich versandet. Im Nachhinein betrachte ich diese Verbindungen eher als Zweckgemeinschaften und nicht wirklich als echte Freundschaften. Wir sind einfach ein Stück des Weges gemeinsam gegangen. Das muss ja nicht immer schlecht sein. Wie bei allem muss auch eine Freundschaft gepflegt werden. Ich bin davon überzeugt, dass nicht die Quantität, also wie oft man sich sieht beziehungsweise Kontakt hat, eine wesentliche Rolle spielt, sondern die Qualität der Beziehung. Und auch wenn ich ein harmoniebedürftiger Mensch bin, so glaube ich, dass es bei Freundschaften um viel mehr als nur um ein harmonisches Zusammensein geht.

Freunde müssen nämlich nicht immer einer Meinung sein, aber sie müssen die Haltung des anderen akzeptieren und aushalten. Eine Freundin oder ein Freund hat für immer einen besonderen Platz in deinem Herzen. Und sinnbildlich ist es gar so, als ob du in den Spiegel schaust und der Freund dein eigenes Spiegelbild ist. Er spiegelt dich wider und auf eine kritische Frage, gibt er dir eine ehrliche Antwort. Es ist vielleicht nicht die Antwort, die du gerne hören würdest, aber das ist dann wieder ein anderes Thema. Ein wahrer Freund geht mit dir durch gute und schlechte Zeiten. Und genau darum ist ein wahrer Freund auch unbezahlbar. Zwar können Psychotherapeuten/-innen in schwierigen Zeiten gute Hilfestellungen anbieten, doch was ungemein tröstet, ist ein Mensch in deinem Umfeld, der deine Stärken und Schwächen kennt und dich trotzdem mag. Nicht ohne Grund hat George Gordon Byron einmal gesagt: «Freundschaft ist Liebe ohne Flügel.»

Man kann einem lieb gewordenen Menschen übrigens auch aus der Ferne gut tun. In erfolgreichen Zeiten hat man meist viele Freunde um sich. Wer dir aber nur Honig ums Maul schmiert, ist nicht automatisch auch dein Freund. Echte Freunde sind um deinetwillen besorgt, besonders dann, wenn du Grund hast abzuheben!

Freundschafen gewinnen nicht an Wert, bloss weil sie besonders schön und angenehm sind, sondern weil wir den Menschen, die an und auf unserer Seite sind, vertrauen können. Wie schön doch das Leben ist, wenn man sich auf andere verlassen kann!

An dieser Stelle möchte ich meinen Freunden/Freundinnen mit diesem Song «danke» sagen. Schön, dass es Euch gibt.

Bildlegende:
Titelbild: v.l.n.r Julia & Nicole.
Bild: v.l.n.r Silas und Yaron.

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