Wohin geht die Liebe, wenn sie geht?

Ich sag’s gleich vorneweg, heute wird‘s philosophisch, denn ich gehe der Frage «Wohin geht die Liebe, wenn sie geht?» nach. Vor einigen Jahren habe ich einen Film geschaut, der mir ehrlich gesagt, zunächst nicht wirklich gefallen hat. Und genau von diesem Film möchte ich Euch heute erzählen. Dieser Film erzählt die Liebesgeschichte der Protagonisten Mimi Nachtigall (m) und Venus Morgenstern (w).

Die Geschichte ist übrigens an den mythologischen Hintergrund der Orpheussage angelehnt.

Die Kernaussage im Film hat mich schon damals tief berührt, und zwar so sehr, dass ich mich ein paar Wochen lang mit der Frage «Wohin geht die Liebe, wenn sie geht?» beschäftigt habe. Ich habe damals gar ein Bild passend zu dieser Frage gemalt. Obwohl ich den Film mit dem Titel «Vom Suchen und Finden der Liebe» teilweise so richtig kitschig fand, hat mich der Film schlussendlich nachhaltig beeindruckt. Damals konnte ich mit deutschen Filmproduktionen nämlich noch nicht viel anfangen. Diese Meinung habe ich inzwischen revidiert.

Wovon handelt «Vom Suchen und Finden der Liebe»? In diesem Film geht es um den Komponisten Mimi Nachtigall und die Sängerin Venus Morgenstern – zwei Menschen, die sich unsterblich ineinander verlieben. Es beginnt nicht nur eine romantische Liebesbeziehung, sondern auch eine musikalische Zusammenarbeit von Berufes wegen. Die Liebe der beiden wird allerdings überschattet von ständigen Streitereien. An einer öffentlichen Preisverleihung gelangt die Beziehung wegen einer wortreichen Auseinandersetzung an ihren Höhepunkt und das Liebespaar trennt sich. Hier geht’s zum Trailer der eben besagten Szene.

Mimi verkraftet die Trennung so schlecht, dass er sich auf eine griechische Insel zurückzieht und sich dort das Leben nimmt. In der Unterwelt begegnet ihm Hermes, der als Hermaphrodit dargestellt wird, ein zweigeschlechtliches Wesen, das sowohl als Mann wie als Frau auftreten kann. Das Ziel von Hermes/Hermaphrodit ist es, Mimis Leben in der Unterwelt zu verschönern. Wiederholt versucht dieses Wesen Mimi zu verführen, doch weil Mimi in Gedanken immer noch mit Venus verbunden ist, gelingt dies nicht.

Venus setzt ihre Karriere mit dem neuen Manager Harry fort, mit welchem sie auch gleich eine Beziehung eingeht, ohne aber jemals Mimi vergessen zu können. Bei einem Live-Auftritt bricht sie schliesslich zusammen, als sie das von Mimi geschriebene Lied «Wohin geht die Liebe, wenn sie geht» singt. Nach ihrem Krankenhausaufenthalt beschliesst Venus nach Griechenland zu fahren, um dort durch einen Brunnen in die Unterwelt zu gelangen und so Mimi zurückholen zu können. Die beiden dürfen gemeinsam zurück in die Welt, allerdings nur unter einer Bedingung. Venus darf sich auf gar keinen Fall nach Mimi umdrehen. Ein belangloser Streit verleitet Venus jedoch dazu, die Bedingung gedankenlos zu durchbrechen. Mimi muss somit endgültig in der Unterwelt bleiben und Venus kehrt alleine auf die Erde zurück. Nach etlichen Jahren bekommt Mimi eine dreistündige Aufenthaltserlaubnis gewährt, um die Vergangenheit mit Venus aufarbeiten zu können. Im Laufe dieses Treffens mit Venus erkennt Mimi allerdings, dass von der einst so leidenschaftlichen Liebe nur die zärtlichen und schmerzhaften Erinnerungen überlebt haben. Dieser Ausgang des Filmes war damals für mich ziemlich ernüchternd.

Nun zu meiner Antwort von «Wohin geht die Liebe, wenn sie geht?». Fünfzehn Jahre sind seitdem vergangen und ich bin zu einem Ergebnis gekommen. Meiner Ansicht nach geht die Liebe manchmal nicht nur fort, sondern sie stirbt regelrecht. Dafür mag es viele Gründe geben. Durch meine Lebenserfahrung bin ich zur Überzeugung gelangt, dass manch‘ eine Liebe irgendwann halt einfach zerbricht. Klar kann man folglich behaupten, dass es dann wohl keine wirkliche Liebe war. Soweit aber möchte ich nicht gehen und so jede Liebesgeschichte, die zerbrach, im Nachhinein gar klein machen. Zerbricht eine Liebe, bedeutet dies nämlich nicht zwingend, dass jemand beziehungsuntauglich ist. Das Leben ist mit all seinen Herausforderungen oft sehr komplex.

Heutzutage sprechen viele Menschen von «Lebensabschnittspartner». Dieser Ausdruck gefällt mir nicht sonderlich, er klingt viel zu pragmatisch. Ich glaube an die grosse Liebe, auch wenn es kein Garant dafür gibt, dass sie ewig hält.

Schlussendlich ist auch das Leben vergänglich und wer einmal wirklich geliebt hat, weiss, wovon ich spreche. In diesem Sinne «ein Hoch auf die Liebe»!

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